Bewegen, laufen, Panik abschalten

In ihr Sofortprogramm beim Beginn einer Panikattacke integrieren Sie ab jetzt eine sofortige körperliche Beantwortung der aufkommenden Unsicherheits­gefühle.

Relativ erfolgreich ist die körperliche Aktivität. Wer kann, sollte in einer solchen Situation joggen gehen, Treppen laufen oder Kniebeugen machen. Durch die körperliche Bewegung passen die Symptome, die vom Patienten zuvor als gefährlich und lebensbedrohend eingestuft wurden, wieder zu den Vorgängen des Körpers. Das wiederum wird Sie, wenn Sie gerade eine Panikattacke erleben, beruhigen. Der beginnende erhöhte Puls erhöht sich durch die körperliche Aktivität noch mehr. Es wird Ihnen warm werden und die gerade freigesetzten Stresshormone werden benötigt und „abtrainiert“. Gewissermaßen leiten Sie mit dieser Bewegungsantwort eine plausible Ursache für die zuvor verspürten körperlichen Symptome ein. Die übertrie­bene körperliche Reaktion auf Ihre Ängste wird damit wieder normalisiert. Damit schließt sich der Kreis.

Bewegung ist grundsätzlich wichtig gegen Angst­störungen. Sportliche Betätigung, insbesondere das Ausüben von regelmäßigem Ausdauersport wird Ihre Panikattacken im Laufe der Zeit relativ sicher verschwinden lassen. In jedem Fall werden Sie aber die wunderbaren Veränderungen an sich und Ihrem Körper bemerken. Sie werden plötzlich nicht mehr argwöhnisch auf alle möglichen körperlichen Zeichen achten, sondern viel körperbewusster und souveräner mit sich umgehen. Und dies ist erst der Anfang.

Während Sie erste sportliche Erfolge an sich bemerken,

werden Sie plötzlich bemerken, dass Sie schon viel­leicht seit gestern oder vorgestern keine panischen Ge­fühle mehr hatten. Auch das ist erst der Anfang. Bald werden die Intervalle zwischen einzelnen Panikattacken

größer. Die Auslöseschwelle für Panikattacken wird von Tag zu Tag etwas höher. Ihr gutes Körpergefühl wird sich in Ihr Unterbewusstsein einprägen und Sie werden stärker und sehr viel sicherer. Ein nur 20-minütiges tägliches Ausdauertraining bringt bereits beein­druckende Erfolge. Die Panikerkrankungen werden geringer und treten nach einiger Zeit oft nur noch abgeschwächt auf. Wissenschaftlich bestätigt wurde dieser Erfolg durch eine placebokontrollierte Studie. Panikpatienten führten dreimal wöchentlich ein Aus­dauertraining von 45 Minuten Laufen mit Pausen durch. Eine zweite Gruppe nahm lediglich das Medikament Clomipramin, ein Antidepressivum, und eine dritte Gruppe nahm ein Placebo-Medikament (ohne jeglichen Wirkstoff) ein. Nach zehn Wochen zeigte sich das überraschende Ergebnis, dass die Gruppe, die das Ausdauertraining durchgeführt hatte, den besten Erfolg hatte. Die Panikattacken in dieser Gruppe waren sehr deutlich zurückgegangen. Auch in der Medikamen­tengruppe gingen die Panikattacken zurück, jedoch zulasten deutlicher Nebenwirkungen. Die Erkenntnis der Mediziner aus dieser Studie: Ausdauertraining ist als Therapie bei Angst- und Panikerkrankungen bestens geeignet und vielen anderen Therapie­versuchen vorzuziehen.

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