Jeder 6. Mensch hat das, was Du vielleicht hast…

Etwa 15 % aller Menschen leiden an einer Krankheit, welche man als Agoraphobie bezeichnet. Gar jeder Fünfte müsse sich im Laufe seines Lebens wegen einer Angsterkrankung behandeln lassen, schätzt Angelika Erhardt, Leiterin der Angst-Ambulanz im Max-Planck  Institut für Psychiatrie in München.

Agoraphobie, ein griechisches Wort, bedeutet: Angst „vor weiten Plätzen“. Eigentlich bezeichnet die Agoraphobie die am weitesten verbreitete Angststörung überhaupt. Sobald der Betroffene sein als sicher betrachtetes Zuhause verlässt und sich unter Menschen begibt oder an Orte wie z. B. offene Plätze, Fußgängerzonen, Supermärkte o. ä., kommt es zu vielfältigen Symptomen wie Schwindel, Zittern, Herzrasen, Benommenheit, Angst vor dem Ersticken …

Das nennt man dann Panikattacke.

Schon ein einziges dieser Symptome kann dafür sorgen, dass Todesangst entsteht. Die Wahrnehmung eines einzigen Symptoms kann eine kaskadenartige Auslösung vielfältiger körperlicher Reaktionen bewir-ken. Die Nebennieren setzen große Mengen an Adrenalin frei, einem Stresshormon. Der Herzschlag wird daraufhin noch schneller. Die Leber setzt Zucker frei, der Blutdruck steigt. Gehirn und Körper werden in höchste Alarmbereitschaft versetzt.

Panikattacken treten plötzlich mit den unterschied­lichsten Symptomen auf, wie z. B.

  • Herzklopfen,

  • Brustschmerzen,

  • Gefühlen von Atemnot,

  • Häufig Schwindel,

  • Fremdheitsgefühle (Depersonalisations- und Derealisationsgefühle),

  • Todesangst,

  • Angst die Kontrolle zu verlieren,

  • Angst wahnsinnig zu werden.

Eine Panikattacke dauert zwischen wenigen Augen  blicken bis zu einer Stunde oder mehr. Die dabei subjektiv und vernichtend erlebten Symptome führen zu einem fluchtartigen Verlassen des Ortes wie z. B. der Warteschlange an der Kasse, dem Bus usw.

Panikattacken folgt oft die Angst vor weiteren Panikattacken. Es tritt sozusagen Angst vor der Angst auf. Agoraphobie und Panikstörungen treten im Regelfall gemeinsam auf.

Der Betroffene einer Panikattacke erlebt in diesen Momenten Todesängste, ähnlich denen bei einem Herzinfarkt. Der Betroffene ist in jenen Momenten fest davon überzeugt in Lebensgefahr zu schweben. Dabei ist keines der vorgenannten körperlichen Parameter weit entfernt vom Normalzustand. Atmung und Puls sind beschleunigt, der Blutdruck eventuell minimal erhöht. Alles kein Grund zur Panik, könnte man meinen …

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