Angst weg mit EMDR

EMDR-Übung

EMDR ist ein Therapieverfahren, das belastende traumatische Erinnerungen verändern kann. Hierfür ist ein komplexes System verschiedener Therapieschritte notwendig, welches in seiner wesentlichen Komponente aus verschiedeneren zielgerichteten Augenbewegung­en besteht.
Es wurde vor mehr als 20 Jahren von der Amerikanerin Dr. Francine Shapiro erfunden.
Ausgangspunkt war Francine Shapiros zufällige Erfahrung des Phänomens am eigenen Leib: sie ging im Jahre 1987 – von belastenden Gedanken bedrückt – im Park spazieren, als sie bemerkte, dass die Schwere ihrer Gedanken – nicht aber deren Inhalt – plötzlich nachließ. Gleichzeitig stellte sie fest, dass ihre Augen spontan gewisse Bewegungen ausführten. Sie provozierte das Phänomen nun absichtlich und es wurde ihr bewusst, dass es erneut wirksam war. Bei weiteren Versuchen ergab sich, dass dieses Phänomen auch auf andere Menschen übertragbar war und ihnen half. EMDR können Sie ab sofort sowohl als Panikbremse, als auch zur Löschung negativer und belastender Erinnerungen einsetzen.

Viele Angstbetroffene berichten von Flashbacks, sehr unangenehmen intrusiven Erinnerungen, die sich immer wieder ungewollt in ihr Bewusstsein einschleichen.
Flashbacks sind oft kurze Bildersequenzen, die wir so wahrnehmen, als sei gerade in unser reales Leben eine Werbepause eingeblendet. Plötzlich fällt uns die Beer­digung des Großvaters ein oder aber unschöne Bilder aus der Kindheit. Vielleicht auch ein immer wieder­kehrendes Trauma. Flashbacks halten sich an keinen Zeitplan. Wir können sie tagsüber haben, aber auch wenn wir ins Bett gehen. Verbunden damit sind negative und Angst machende vegetative Symptome. Sobald wir an diese meist unangenehmen Situationen denken, wird unser vegetatives Nervensystem dafür sorgen, dass wir auch körperlich mit Stress reagieren. Als Erste Hilfe gegen diese traumatischen Erinnerungen hilft eine EMDR-Übung, die Sie selbst ausführen können:
Stellen Sie sich bei geschlossenen Augen die Angst auslösende Situation und ggf. das schlimme Erlebnis vor, an das Sie gerade zurückdenken müssen.
Stellen Sie sich das Unangenehme exakt vor. Was immer es war, vielleicht waren es einschneidende Ereignisse in Ihrer Kindheit, der Tod naher Verwandter oder Unfälle, Missbrauch, Verbrechen. Ist es ein Ereignis, das Ihnen heute noch den Hals zuschnürt, wenn Sie daran denken? Ein Ereignis, das Sie am liebsten ungeschehen machen würden?
Imaginieren Sie sich dieses Ereignis. Versuchen Sie die Situation von damals nochmals wie in einem Film zu erleben. Sehen Sie alles noch einmal.
Wenn Sie die Bilder vor sich sehen und spüren, was damals geschah, die Situation gewissermaßen noch einmal empfinden, dann öffnen Sie die Augen und sagen Sie sich den Satz:

• Ich bin in einer furchtbaren Situation.

Dann beginnen Sie damit, Ihre geöffneten Augen kreisen zu lassen, rechts- und linksherum, egal, womit Sie anfangen. Machen Sie acht bis zehn Kreis­bewegungen mit Ihren Augen in jede Richtung. Nachdem Sie 8–10 Kreisbewegungen mit Ihren Augen gemacht haben, ändern Sie die Richtung und lassen die Augen in die andere Richtung kreisen. Danach wechseln Sie die Bewegungsebene Ihrer Augen und bewegen die Augen von links unten nach rechts oben, das Ganze etwa 5-7 Mal. Danach von rechts unten nach links oben, ebenfalls 5-7 Mal. Je schneller die Augenbewegungen durchgeführt werden, desto besser.

Denken Sie jetzt ganz intensiv an die erlebte Situation und sagen Sie sich eine der Suggestionen:

• Die Situation ist endlich vorüber. Alles ist gut, sie ist vorbei. Ich vergesse diese Situation jetzt für immer. Ich lasse sie völlig los, bringe mich selbst in Sicherheit. Ich bin in Sicherheit. Das Schlimme ist vorbei. Ich bin gesund und alles sind nur Erinnerungen.

Sie können sich selbst ähnliche Suggestionen ausdenken.
Stellen Sie in der Situation einen Bezug zu dem schlimmen Erlebnis her. Ist es z. B. der Todesfall eines nahen Angehörigen, dann stellen Sie sich einfach vor, wie er immer durchsichtiger wird, einfach irgendwann mit der Umwelt verschmilzt. Lassen Sie ihn los, ihn mit der Umwelt verschmelzen. Schreiben Sie sich vorher einen treffenden Satz als Suggestion auf. Wichtig ist nur, dass dieser einen Bezug zum gerade Visualisierten hat. Geht es in der visualisierten Situation um den Tod eines Angehörigen, dann stellen Sie sich vor, wie er verschwindet.
Führen Sie diese Übung öfter durch. Sie werden feststellen, dass nach dem zweiten oder dritten Mal die belastenden Erinnerungen nicht mehr in Ihr Bewusstsein wiederkehren werden.

Bei akuter Panik konzentrieren Sie sich auf die Angst vor dem „Schlimmen“, dass Sie befürchten und führen sie zwei- bis dreimal die oben erklärten Augen­bewegungen durch. Sie werden sofort eine Besserung bemerken.

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