Schwindel bei Panikattacken…

Eine der größten Ängste bei Panikattacken besteht oft vor dem Schwindel, den nahezu jeder Betroffene einmal erlebt hat. Viele Angstbetroffene leben ständig mit einem mehr oder weniger vorhandenen Schwindel. Der Schwindel kommt plötzlich und er vergeht dann, wenn Ablenkung besteht, man sich mit etwas intensiv beschäftigt, sich unterhält oder telefoniert …

Daraus wird bereits ganz klar, dass dieser Schwindel immer eine gewisse Zuwendung benötigt um da zu bleiben.

Wir werden jetzt dafür sorgen, dass er einfach dauerhaft verschwindet. Dafür rufen Sie ihn zunächst, provozieren ihn.

Der gemeinhin bekannte Schwankschwindel, der bei Panikattacken besteht, hat nicht das Geringste mit Kreislauf oder Gehirn zu tun.

Forscher machen dafür starke muskuläre Anspan­nungen der Halsmuskulatur und vermutlich damit blockierte feinster Muskelrezeptoren innerhalb der Halsmuskulatur verantwortlich. Der Schwindel entsteht in diesem Fall möglicherweise durch eine Fehlmeldung der Muskulatur über die Stellung des Kopfes zur Stellung des Körpers. Diese Fehlinformation sorgt für einen unsicheren Gang, welcher wieder neue Ängste erzeugt, die zu noch stärkeren Symptomen führen.

Das Erleben von Schwindel oder Unsicherheitsgefühlen

in Bezug zur Umgebung, gehört zu den elementaren Erscheinungen bei der Panikattacke und phasenweiser Dauerschwindel kommt bei nahezu allen Erkrankungen

unter dem Oberbegriff Angst vor. Der Schwindel wird vom Betroffenen als bedrohlich empfunden und als Vorbote weiterer evtl. drohender Ereignisse. Es ist wichtig, dass der Schwindel gedanklich und im Erleben

von der angstbesetzten Situation entkoppelt wird. Auch hierzu gibt es ein einfaches aber sehr wirkungsvolles Expositionstraining. Nehmen Sie sich einen Bürodreh­stuhl oder besorgen Sie sich einen kleinen hölzernen drehbaren Hocker mit runder Sitzfläche. Stellen Sie den Stuhl in die Mitte des Raumes und setzen Sie sich darauf. Jetzt beginnen Sie, sich auf dem Stuhl zu drehen. Schließen Sie dabei die Augen. Beginnen Sie mit einer kurzen Drehdauer von ungefähr 10-15 Sekunden. Sie drehen sich für diese Dauer vollkommen um Ihre eigene Achse und stoßen sich jeweils mit den Füßen weiter ab, damit Sie ständig in Drehbewegung bleiben. Dann halten Sie die Drehbe­wegung an, öffnen die Augen und versuchen ruhig auf Ihrem Hocker oder Stuhl sitzen zu bleiben. Fixieren Sie einen Punkt an der Wand mit den Augen und spüren Sie die Symptome des gerade erlebten Schwindels. Es kann sein, dass der Raum sich um Sie herum dreht oder dass Sie Sehstörungen haben. Es kann auch sein, dass Ihnen übel wird. Das ist vollkommen normal und beabsichtigt. Auch jeder andere vollkommen gesunde Mensch würde jetzt Schwindel empfinden. Das ist eine normale körperliche Reaktion. Spüren Sie Ihrem Schwindel nach, wie er langsam nach einigen Momenten wieder weniger wird, um irgendwann ganz zu vergehen. Dann beginnen Sie die Übung von neuem. Sie drehen sich eine gewisse Zeit und öffnen dann wieder die Augen. Bitte fixieren Sie dann jeweils mit den Augen einen Punkt an der Wand, z. B. ein Bild oder einen Kalender. Steigern Sie die Drehdauer mit der Zeit etwas. Manche können sich eine Minute im Kreis drehen. So verstärken und verlängern Sie noch den erlebten Schwindel. Ziel der Übung ist es, Ihrem Gehirn die Alarmverknüpfung mit dem Schwindel zu nehmen und zum anderen sämtliche Gleichgewichtsorgane zu trainieren. Dauerhaft angewandt ist dies eine der einfachsten und besten Therapien gegen Schwindel, die es überhaupt gibt. Sie können bei dieser Übung die Dauer selbst variieren. Sie können die Übung auch mit geöffneten Augen versuchen. Wichtig ist nur, dass wirklich unangenehmer Drehschwindel entsteht. Sie müssen diesen Schwindel zwischen den Übungen so lange aushalten, bis er fast ganz abgeklungen ist, dann dürfen Sie die nächste Übung durchführen.

Wenn Sie diese Übung nur ein paar Tage lang durch­führen, werden Sie merken, dass der erzeugte Drehschwindel sehr viel unangenehmer ist, als der bislang verspürte Schwankschwindel. Der Schwank­schwindel wird an Bedeutung verlieren und auch an der Intensität, mit der Sie ihn spüren.

Stellen Sie sich mit geschlossenen Augen in die Mitte des Raumes und denken Sie an Angst und Panik. Halten Sie dieses für mindestens 5 Minuten aus. Es ist völlig normal, dass Ihr Körper bei geschlossenen Augen mit Pendelbewegungen oder dezenten Kreisbewe­gungen anfängt, denn die Augen sind ein wesentlicher Bestandteil unseres Gleichgewichtssystems. Automa­tisch gleichen Sie die Pendelbewegungen aus. Stellen Sie sich dabei vor, sie könnten jetzt einfach umfallen. Spüren Sie ganz bewusst, wie es ist einen Teil der Kontrolle über die geschlossenen Augen abgegeben zu haben.

Alles das, was sie jetzt üben, wird ihre Schwelle zum Empfinden von Panikattacken deutlich nach oben verlagern.

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